In Deutschland braucht man zum Angeln einen Fischereischein – das ist vielen Einsteigern klar. Aber wie genau man ihn bekommt, was er kostet und welche Unterschiede es zwischen den Bundesländern gibt, sorgt regelmäßig für Verwirrung. Dieser Guide klärt alle Fragen.
Der Fischereischein ist ein behördliches Dokument, das bescheinigt, dass du die Sachkunde zum Angeln besitzt. Er wird nach bestandener Fischerprüfung vom zuständigen Ordnungsamt oder der Gemeinde ausgestellt und ist in der Regel lebenslang gültig. Der Fischereischein allein berechtigt dich aber noch nicht zum Angeln – dafür brauchst du zusätzlich eine Gewässerkarte (Erlaubnisschein) für das jeweilige Gewässer.
Der Weg zum Angelschein: 1. Vorbereitungskurs besuchen (30-40 Stunden, je nach Bundesland). 2. Fischerprüfung ablegen (schriftlich, teilweise mit Praxisteil). 3. Fischereischein bei der Behörde beantragen. 4. Gewässerkarte beim Pächter oder Verein kaufen.
Kosten im Überblick: Der Vorbereitungskurs kostet zwischen 100 und 250 Euro, je nach Anbieter und Bundesland. Die Prüfungsgebühr liegt bei 30-50 Euro. Der Fischereischein selbst kostet je nach Bundesland 10-50 Euro (Jahresfischereischein) oder 150-300 Euro (Lebenslanger Fischereischein). Dazu kommen die Kosten für Gewässerkarten: Tageskarten ab 5-15 Euro, Jahreskarten ab 30-200 Euro je nach Gewässer.
Bundesland-Unterschiede: Jedes Bundesland hat eigene Regeln. Besonders relevant sind folgende Unterschiede:
Brandenburg: Hier braucht man zum Friedfischangeln (Karpfen, Rotauge, Brasse) keinen Fischereischein – einzigartig in Deutschland. Für Raubfische ist der Schein allerdings Pflicht.
Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern bieten Touristen-Fischereischeine an. In MV kostet der Urlaubsfischereischein 24 Euro für 28 Tage – perfekt für Ostsee-Urlauber, die das Angeln ausprobieren möchten.
Bayern hat den umfangreichsten Vorbereitungskurs mit Pflichtstunden und einem Praxisteil in der Prüfung. Die Durchfallquote ist hier höher als anderswo.
Nordrhein-Westfalen bietet mittlerweile auch Online-Kurse an, die Prüfung muss aber weiterhin vor Ort abgelegt werden.
Tipps für die Prüfung: Die Fischerprüfung besteht in den meisten Bundesländern aus einem Multiple-Choice-Test mit 60 Fragen aus sechs Themengebieten: Fischkunde, Gewässerkunde, Gerätekunde, Gesetzeskunde, Naturschutz und Natur- und Tierschutz. Zum Bestehen braucht man mindestens 45 richtige Antworten und in jedem Themengebiet mindestens 6 von 12.
Mein Tipp: Nutze eine der zahlreichen Prüfungs-Apps (z.B. Fishing-King, Angel-Wissen). Die Fragen wiederholen sich, und mit 2-3 Wochen regelmäßigem Üben besteht man die Prüfung problemlos. Die meisten durchgefallenen Kandidaten haben schlicht zu wenig geübt.
Für Kinder und Jugendliche gibt es in vielen Bundesländern den Jugendfischereischein, der ohne Prüfung erhältlich ist und das Angeln unter Aufsicht eines erwachsenen Fischereischein-Inhabers erlaubt.
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