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Naturschutz

Catch & Release richtig gemacht: So überlebt der Fisch

Februar 2026·7 min

Catch & Release ist längst mehr als ein Trend – es ist ein wichtiger Beitrag zum Fischschutz, wenn es richtig gemacht wird. Doch zwischen einem schonend zurückgesetzten Fisch und einem, der wenige Stunden später verendet, liegt oft nur die richtige Technik.

Die wichtigste Regel: Minimiere die Zeit außerhalb des Wassers. Studien zeigen, dass die Überlebensrate von Fischen drastisch sinkt, wenn sie länger als 30 Sekunden an der Luft sind. Bereite alles vor, bevor du den Fisch aus dem Wasser nimmst – Abhak-Werkzeug, Kamera, Abhakmatte.

Schonhaken (Barbless Hooks) erhöhen die Überlebensrate deutlich. Sie lassen sich leichter und schneller entfernen, was die Handlingzeit verkürzt. Viele Angler befürchten mehr Aussteiger, aber in der Praxis ist der Unterschied minimal – wenn die Schnur gespannt bleibt.

Der Umgang mit dem Fisch ist entscheidend. Niemals trockene Hände am Fisch – das zerstört die Schleimschicht, die den Fisch vor Infektionen schützt. Nasse Hände oder besser noch spezielle Handschuhe verwenden. Den Fisch nicht auf trockenen Boden legen, sondern auf eine nasse Abhakmatte oder im Wasser abhaken.

Beim Zurücksetzen: Den Fisch aufrecht im Wasser halten und warten, bis er aus eigener Kraft wegschwimmt. Nicht hin und her bewegen – das schadet mehr als es hilft. Bei erschöpften Fischen kann es ein paar Minuten dauern, bis sie sich erholt haben. Geduld ist hier der Schlüssel.

Ein oft übersehener Punkt ist die Wassertemperatur. Bei Wassertemperaturen über 20 Grad im Sommer ist der Sauerstoffgehalt niedrig, und der Stress für den Fisch ist besonders hoch. In diesen Zeiten sollte man entweder auf Angeln verzichten oder extra schnell und schonend arbeiten.

Für Meeresangler ist die Druckentlastung wichtig: Fische, die aus größerer Tiefe (über 20 Meter) geholt werden, können unter Barotrauma leiden – die Schwimmblase dehnt sich aus. Diese Fische können nicht einfach zurückgesetzt werden, sondern müssen mit einem Descender-Gerät in die Tiefe gebracht werden.

Catch & Release ist kein Freibrief, um endlos Fische zu fangen. Jeder gefangene und zurückgesetzte Fisch erfährt Stress. Verantwortungsvolles Angeln heißt auch, irgendwann aufzuhören, auch wenn es noch beißt.

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