Am 28. Oktober 2025 haben die EU-Fischereiminister in Luxemburg die Fangquoten für die Ostsee 2026 beschlossen. Für Freizeitangler hat sich im Vergleich zum Vorjahr wenig geändert – was allerdings nicht bedeutet, dass es keine wichtigen Regeln zu beachten gibt.
Dorsch: Weiterhin komplettes Entnahmeverbot. In der gesamten westlichen Ostsee (Unterdivisionen 22-24) bleibt die gezielte Befischung von Dorsch für Freizeitangler verboten. Jeder Dorsch, der als Beifang gefangen wird, muss sofort und schonend zurückgesetzt werden. Das gilt seit 2024 und wird auf unbestimmte Zeit fortgeführt. Die Bestände zeigen noch keine Erholungstendenzen.
Lachs: Ein Lachs pro Tag darf weiterhin entnommen werden, sofern die Fettflosse entfernt ist – das zeigt an, dass es sich um einen Besatzfisch handelt. Wildlachse mit intakter Fettflosse müssen zurückgesetzt werden. Eine vernünftige Regelung, die Besatzmaßnahmen unterstützt und gleichzeitig den Wildbestand schützt.
Hering: Das Heringsangeln bleibt für Freizeitangler erlaubt. Es gibt keine mengenmäßige Beschränkung für den Eigenbedarf. Der westliche Heringsbestand zeigt seit einigen Jahren positive Erholungstendenzen, was die Wissenschaftler des Internationalen Rats für Meeresforschung (ICES) bestätigen.
Sprotte: Die Fangmenge für die kommerzielle Fischerei steigt um 45 Prozent. Für Freizeitangler ist Sprotte ohnehin kein relevanter Zielfisch, aber die Erhöhung ist ein positives Zeichen für das Ökosystem – Sprotten sind eine wichtige Nahrungsquelle für Dorsch.
Scholle: Die Quotenmenge wurde leicht reduziert (minus 3 Prozent). Für Angler gilt weiterhin das Mindestmaß von 25 cm. Scholle ist ein unterschätzter Zielfisch beim Brandungsangeln und kann in guten Gebieten in beachtlichen Stückzahlen gefangen werden.
Was bedeutet das konkret für deinen nächsten Ostsee-Trip? Konzentriere dich auf Meerforelle, Hering, Hornhecht und Plattfisch. Diese Arten bieten hervorragendes Angeln und sind nachhaltig befischbar. Die Ostsee bleibt ein großartiges Revier – man muss nur seine Erwartungen anpassen und die Vielfalt schätzen lernen.
Wichtig: Informiere dich vor jeder Tour beim zuständigen Landesfischereiverband über die aktuellsten Regelungen. Die hier genannten Informationen basieren auf dem Stand April 2026.
Mehr Angelwissen entdecken
Entdecke weitere Artikel, Reviere und Angelarten auf catch-all.fish