Wenn im Mai die Wassertemperatur der Ostsee auf 12-14 Grad steigt, kommen die Hornhechte. In riesigen Schwärmen ziehen die silbernen Langnasen an die Küste, um in den Seegraswiesen zu laichen. Für Angler bedeutet das: Action pur mit leichtem Gerät.
Der Hornhecht (Belone belone) ist ein Oberflächenjäger mit dem markanten langen Schnabel. Er erreicht Längen von 60-80 cm und liefert an der Spinnrute einen spektakulären Drill mit Sprüngen und Kopfschütteln. Das Beste: Hornhechte beißen aggressiv und sind nicht scheu – perfekt für Anfänger und Kinder.
Die beste Methode: Eine leichte Spinnrute (5-20g Wurfgewicht) mit einem kleinen Blinker oder Spinner in Silber oder Blau. Die Köder knapp unter der Oberfläche führen – Hornhechte jagen im oberen Wasserbereich. Auch Sbirolino-Montagen mit einem kleinen Streamer oder einem Stück Fischhaut sind sehr effektiv.
Der Geheimtipp für Hornhecht: Eine Wasserkugel mit einem 1,50m langen Vorfach und einem kleinen Fetzen Fischfleisch oder einer Garnele am Haken. Die Wasserkugel wird 30-40 Meter ausgeworfen und langsam eingeholt. Diese Methode fängt oft besser als Kunstköder, weil die Hornhechte den Naturköder tiefer nehmen und der Haken besser fasst.
Warum ist der Haken beim Hornhecht ein Problem? Der Schnabel des Hornhechts ist extrem hart und knöchern. Viele Bisse gehen verloren, weil der Haken im harten Schnabel keinen Halt findet. Zwei Tricks helfen: Erstens, einen Seidenstreifen oder ein kurzes Stück Wolle am Haken befestigen – die feinen Zähne des Hornhechts verfangen sich darin. Zweitens, beim Anhieb nicht zu hastig sein, sondern warten, bis der Fisch den Köder richtig genommen hat.
Die Top-Spots für Hornhecht an der Ostsee: Fehmarn (Südstrand, Wallnau), Heiligenhafen, Eckernförde und die gesamte Küste Mecklenburg-Vorpommerns. Überall dort, wo Seegraswiesen in Wurfweite liegen, stehen die Hornhechte. Auch von Seebrücken und Molen lässt sich hervorragend auf Hornhecht fischen.
In der Küche ist der Hornhecht trotz seiner grünen Gräten ein Genuss. Das Fleisch ist fest, weiß und geschmacklich vergleichbar mit Makrele. Geräuchert oder gebraten auf der Haut – ein echtes Küstengericht. Die grüne Farbe der Gräten kommt übrigens vom Biliverdin, einem natürlichen Farbstoff, und ist völlig harmlos.
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