Der Europäische Wels ist der größte Süßwasserfisch unseres Kontinents – und er wird in deutschen Gewässern immer häufiger und immer größer. Fische über 2 Meter und 80 kg werden regelmäßig in Rhein, Donau und Main gefangen. Das Nachtangeln auf Wels ist eine Disziplin, die Ausdauer, Nervenstärke und die richtige Taktik erfordert.
Welse sind nachtaktive Jäger. Tagsüber liegen sie in tiefen Löchern, unter Baumstämmen oder in Brückenpfeilern. Bei Einbruch der Dämmerung werden sie aktiv und ziehen auf Jagd. Die Nacht ist deshalb die mit Abstand beste Zeit zum Welsangeln.
Die klassische Methode ist das Ansitzangeln mit totem Köderfisch. Ein Rotauge, eine Brasse oder ein Barsch von 200-500g wird an einem Einzelhaken oder Drilling an der Grundmontage angeboten. Das Blei hält den Köder am Grund, und eine Wallerboje oder ein Knicklichtalarm signalisiert den Biss.
Die effektivste Methode ist jedoch das Klopfen (Clonking). Dabei wird vom verankerten Boot aus mit einem speziellen Klopfholz rhythmisch auf die Wasseroberfläche geschlagen. Die Druckwellen imitieren ein fressendes Tier und locken neugierige Welse an. Dazu wird ein großer Köderfisch in Grundnähe angeboten. Diese Methode hat in den letzten Jahren die meisten Riesenwelse produziert.
Die Ausrüstung muss robust sein: Eine Welsrute mit 100-300g Wurfgewicht und 2,70-3,00m Länge, eine große Stationärrolle oder Multirolle mit mindestens 300m geflochtener Schnur in 0,40-0,50mm. Das Vorfach: 1mm Monofil oder spezielles Welsvorfach-Material.
Die besten Spots sind Flussmündungen, tiefe Außenkurven, Brückenpfeiler und Hafeneinfahrten. Welse lieben warmes Wasser – Kraftwerksausläufe und Industriehäfen sind oft Hotspots. Im Sommer bei Wassertemperaturen über 20 Grad sind die Welse am aktivsten.
Ein Wels-Drill ist ein Kraftakt. Bei einem Fisch über 2 Meter kann der Drill 30-60 Minuten dauern. Der Wels kämpft mit seiner ganzen Masse und zieht unaufhaltsam in die Tiefe. Kopfschütteln und Drehungen um die eigene Achse gehören dazu. Am Ende steht die Belohnung: Ein Fisch, der größer ist als du selbst.
Wichtig: Welse sind robuste Fische und überleben Catch & Release in der Regel gut. Aber auch hier gilt: schnell abhaken, nasse Abhakmatte und den Fisch nicht länger als nötig an Land halten.
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