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Süßwasser

Der Europäische Wels: Fisch des Jahres 2026 im Porträt

April 2026·10 min

Der Europäische Wels (Silurus glanis) ist Fisch des Jahres 2026 – gewählt vom Deutschen Angelfischerverband (DAFV), dem Bundesamt für Naturschutz (BfN) und der Gesellschaft für Ichthyologie. Mit 56 Prozent der Stimmen setzte er sich gegen Quappe und Hundshai durch. Eine Wahl, die aufmerksam macht auf einen faszinierenden Fisch, der durch den Klimawandel zunehmend ins Rampenlicht rückt.

Biologie: Der Wels ist der größte Süßwasserfisch Europas. Er kann bis zu 3 Meter lang und 150 kg schwer werden – auch wenn solche Exemplare in Deutschland extrem selten sind. Realistisch sind Fische von 1,50-2,00 Meter und 30-60 kg in guten Gewässern. Welse werden über 50 Jahre alt und wachsen ihr ganzes Leben lang.

Der Wels ist ein nachtaktiver Jäger mit einem breiten Nahrungsspektrum. Kleine Welse fressen Würmer, Krebse und Insektenlarven, ausgewachsene Exemplare jagen Fische, Krebse, Frösche und gelegentlich sogar Wasservögel und kleine Säugetiere. Die sechs Barteln (zwei lange, vier kurze) dienen als hochsensible Tastorgane, mit denen der Wels seine Beute im trüben Wasser aufspürt.

Verbreitung und Klimawandel: Ursprünglich war der Wels in Deutschland vor allem in Donau und Elbe heimisch. Durch steigende Wassertemperaturen breitet er sich jedoch massiv aus. In Rhein, Main, Neckar, Weser und vielen Seen hat sich der Wels in den letzten 20 Jahren etabliert. Warme Sommer mit Wassertemperaturen über 20 Grad begünstigen die Fortpflanzung – und genau diese Bedingungen treten durch den Klimawandel immer häufiger auf.

Die ökologische Debatte: Die Ausbreitung des Welses wird kontrovers diskutiert. Kritiker befürchten, dass große Welse die Bestände anderer Fischarten dezimieren. Wissenschaftliche Studien zeigen jedoch, dass der Wels als Spitzenprädator eine wichtige ökologische Rolle spielt und die Artenvielfalt in Gewässern sogar positiv beeinflussen kann, indem er dominant auftretende Arten reguliert.

Angeln auf Wels: Das Welsangeln hat in Deutschland einen enormen Aufschwung erlebt. Die drei wichtigsten Methoden sind das Ansitzangeln mit totem Köderfisch an der Grundmontage, das Klopfen (Clonking) vom verankerten Boot und das aktive Spinnfischen mit großen Gummiködern. Die besten Gewässer sind der Rhein bei Karlsruhe und Mannheim, der Main bei Würzburg, die Donau bei Passau und der Ebro in Spanien für echte Trophäenfische.

Beste Zeit: Juni bis September, wenn die Wassertemperaturen über 18 Grad liegen. Der Wels laicht bei 20-22 Grad, danach sind die Fische besonders hungrig. Nachtangeln ist am produktivsten, aber auch in der Dämmerung und an trüben Tagen beißen Welse gut.

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